Stolpersteine in Wilhelmshaven - SchülerInnen bewahren Erinnerung
Seit dem Schuljahr 2024/25 engagieren sich Schülerinnen und Schüler der Cäcilienschule in einer Arbeitsgemeinschaft unter Leitung der Lehrerinnen Imke Fischer und Swantje Timmermann für das Stolperstein-Projekt in Wilhelmshaven. Gemeinsam mit Schülerinnen der benachbarten Franziskusschule haben sie monatelang in historischen Akten recherchiert, Biografien rekonstruiert und Kontakt zu Nachfahren der betroffenen Familien aufgenommen. Am 29. und 30. Mai 2026 wurden 16 neue Stolpersteine für sieben Familien verlegt, darunter erstmals auch ein Stein für ein Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde: die Wilhelmshavenerin Josefa Egberts, die 1945 in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet wurde. Beim anschließenden Gedenkspaziergang vom Synagogenplatz bis zur Musikmuschel im Kurpark begegneten über 100 Menschen den Schicksalen hinter den Steinen. Besonders bewegend war der Auftritt von Christopher Willing, dessen Großmutter Hanna Geber als einzige von 25 Familienmitgliedern den Holocaust überlebt hatte.
Unterstützt wurde die AG durch das Stadtarchiv, das Gröschlerhaus in Jever und das Küstenmuseum. Nachfahren der Familien Feybusch und Geber reisten eigens aus ganz Deutschland und den USA an.
Das Projekt setzt ein klares Zeichen: Dem Vergessen soll keine Chance gegeben werden.
