Daniel Hofmann ist bester Vorleser der Jadestadt

Fan von „Harry Potter“

Kinder und Jugendliche greifen seltener zum Buch als noch vor einigen Jahren. Für den zwölfjährigen Daniel Hofmann (Bild) gilt diese Feststellung allerdings nicht. Der Sechstklässler der Cäcilienschule liest nicht nur leidenschaftlich gern und hat mehr als 100 Bücher in seinem Kinderzimmer stehen, er kann auch richtig gut vorlesen. So gut, dass er zum besten Vorleser der Stadt Wilhelmshaven ernannt wurde.

Jedes Jahr kürt die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels den besten Vorleser oder die beste Vorleserin des Landes. Ganz soweit hat es Daniel nicht geschafft. Dennoch kann er mächtig stolz auf sich sein, denn der beste Vorleser der Stadt zu werden, ist kein Pappenstiel. In mehreren Ausscheidungsrunden musste er die jeweilige Jury immer wieder von sich überzeugen – mit Erfolg.

Die erste Runde fand innerhalb seiner Klasse statt, dafür hat der Gymnasiast nicht einmal richtig geübt. Trotzdem konnte er seine Mitschüler mit „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ überzeugen. Im nächsten Schritt wurde Daniel zum besten Vorleser seiner Schule gekürt, auch hier entschied er sich für ein Harry Potter-Buch.

Doch der beste Vorleser der Stadt wurde Daniel mit „Der kleine Hobbit“. Wegen Corona konnte diese Runde aber nicht in Präsenz stattfinden. Um den Wettbewerb trotzdem zum Abschluss bringen zu können, nahmen die Teilnehmenden jeweils ein Video auf, in dem sie aus ihrem selbstgewählten Buch vorlasen und reichten es bei der Stiftung Buchkultur und Leseförderung ein.

Neben den Harry Potter-Büchern gehören auch „Gregs Tagebücher“, die drei Fragezeichen und Comics zu seinen Lieblingen, erzählt der Zwölfjährige. „Ich habe aber kein richtiges Lieblingsbuch, es gibt so viele, die ich gerne mag.“ Manche Bücher sogar so gerne, dass er sie mehrmals liest.

Dass Daniel so viel liest, ist kein Zufall. Auch seine Mutter Elena liest gerne und hat Daniel und seiner jüngeren Schwester Sophia (9) früh den Zugang zu Büchern ermöglicht. „Mit dem Vorlesen haben wir schon im Babyalter angefangen, das gehört auch heute noch dazu. Sie kennen es gar nicht anders.“

Wenn Daniel nicht liest, spielt er Gitarre, macht Jiu Jitsu, spielt mit Lego, sammelt Pokémon-Karten oder hört Hörbücher. Sein neuestes Hobby heißt Parkour, eine Art Hindernislauf. Trotzdem findet er noch Zeit, ab und zu fernzusehen, erzählt der Gymnasiast.

Nach der Schule möchte Daniel Erfinder werden. Was er genau erfinden möchte, weiß er noch nicht. „Aber auf jeden Fall etwas Technisches“, fügt er hinzu. Ein wenig Zeit, um seine Erfindung genauer auszutüfteln, hat der Sechstklässler ja noch. Bis dahin kann er den Preis des Vorlesewettbewerbs genießen. Der besteht nämlich – wie sollte es anders sein – aus jeder Menge toller Bücher.


Wilhelmshavener Zeitung, 30.04.22