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21. März 2020

Pop und Vokabeln passen nicht

Wettbewerb JUGEND FORSCHT - Schülerinnen untersuchen Folgen von Geräuschen aufs Lernen

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(HSC) „Können wir bei Stillarbeit nicht Musik über Kopfhörer hören?“ Diese Frage wird bei Inga Kurz, Leah Take und Nelly Hossfeld immer wieder in der Schule gestellt. Kann man sich beim Musikhören gut auf die Aufgaben konzentrieren? Welchen Einfluss haben verschiedene Geräusche aufs Lernen? Das haben sich die drei Mädchen aus den Jahrgängen sieben und acht an der Cäcilienschule in Wilhelmshaven gefragt.

Da sie im Internet keine erschöpfenden Antworten gefunden haben, machten sie sich daran, es selbst herauszufinden. Und schon mal vorweg: Sie waren ziemlich erfolgreich und haben mit ihrem Projekt beim Regionalentscheid von „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ in Emden einen ersten Platz belegt.

Aber bis es soweit war, gab es viel zu tun. Die Schülerinnen haben zusammen mit ihrem Lehrer Thomas Eberhardt verschiedene Merk- und Konzentrationsspiele programmiert. Dabei mussten sich die Testpersonen zum Beispiel Zahlenreihen merken, Farbnamen der Fläche in der gleichen Farbe zuordnen oder schnell bestimmte Buchstaben aus langen Buchstabenreihen herausfinden.

Mehr als 200 Jungen und Mädchen aus den Klassen 5 bis 12 haben die Spiele bei verschiedenen Geräuschen absolviert: bei Ruhe, klassischer Musik, Pop-Musik oder Krach. „Dafür sollte meine Klasse mal richtig laut sein. Ich habe das dann mit dem Handy aufgenommen“, sagt Nelly. „Das können unsere Klassen ja gut“, lacht Inga.

Bei den Tests kam heraus, dass es nicht eine Lernumgebung gibt, die für alle Schüler am besten ist. Eindeutig war jedoch, dass Krach am meisten beim Lernen stört. „Es fiel auf, dass jüngere Schüler bei Krach noch schlechter abschnitten als Oberstufenschüler“, erklärt Leah. „Gerade in den Klassen 5 bis 7 ist Ruhe also besonders wichtig.“

Geht es darum sich zu konzentrieren, kann vor allem klassische Musik helfen. Bei Merkspielen lenkt Musik dagegen die meisten ab, besonders Pop-Musik. „Also hört beim Vokabeln lernen besser nicht eure Lieblingshits“, rät Thomas Eberhardt. Insgesamt kam heraus, dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Durchschnitt bei Ruhe am besten waren.

Schüler experimentieren ist der Jugend forscht-Wettbewerb für Mädchen und Jungen, die noch nicht 15 Jahre alt sind. Das Motto dieses Jahr lautete „Schaffst Du!“. In Niedersachsen gingen 360 Projekte an den Start, 47 haben sich als Regionalsieger für den Landeswettbewerb qualifiziert.

 

Wilhelmshavener zeitung, 21.03.2020